Schmelzofenprojekt III – Endlich funktioniert alles!

Neues vom Schmelzofen! Nachdem der Ofen selbst zwar letzte Woche erste Ergebnisse ablieferte, waren trotzdem nicht alle Probleme endgültig behoben: Die Belüftung erfolgt über ein Stahlrohr, welches mit einem herkömmlichen Föhn über einen bisher immer ziemlich improvisierten Adapter aus Blechdosen oder dünnen PET-Flaschen verbunden war.

Diese Konstruktion war jedoch nicht allzu zuverlässig, da der Föhn des öfteren wegen Überhitzung einfach abschaltete. Vor allem das dünne PET schmolz oft wegen der Hitze entweder des Föhns oder der Ofenabgase zusammen und blockierte so den Luftauslass des Föhns. Diese Probleme gehören jedoch der Vergangenheit an:

Neue Lüftungskonstruktion.
Die neue – besser improvisierte – Lösung.

Ein neues Konzept

Ja, die neue Belüftung sieht genau so aus irgendwelchem Zeug improvisiert aus, wie die letzte beschrieben wurde, jedoch mit einigen signifikanten Unterschieden: Der neue Trichter zwischen Föhn und Rohr ist aus einer dicken PET-Flasche gefertigt, welche mit einem Heißluftföhn luftdicht auf beide Teile geschrumpft wurde. Zusätzlich wurde der Kaltluftknopf am Föhn mit einem Kabelbinder fixiert, das war in der Vergangenheit auch mitschuldig am Überhitzungsproblem. Zuletzt wurden (auf dem Bild noch nicht sichtbar) die Verbindungsstellen an Föhn und Rohr mit Panzertape abgedichtet.

Diese Verbesserungen mögen sich zwar nicht allzu spektakulär anhören, jedoch führten sie dazu, dass die Belüftung zwei Stunden ununterbrochen durchlief. Dadurch dass der neue Trichter fast luftdicht ist, lief der Ofen auch auf mittlerer Föhnstufe (Die hohe ist tabu, siehe die Angelenheit mit dem durchschmolzenen Tiegel) deutlich besser, auch wenn er dadurch deutlich mehr Kohle verbrauchte als in der Vergangenheit.

Anfeuern

Mit der neuen Anlage konnte der Ofen auf jeden Fall problemlos in Betrieb genommen werden, auch wenn er davor erst einmal etwas gesäubert werden musste. Selbstverständlich haben wir den Ofen nicht aus optischen Gründen geputzt, das wäre bei einem Schmelzofen ja absurd, seit dem letzten Abkühlen hatten sich jedoch nicht unerhebliche Mengen Aluminium und Schlacke, darunter der Boden des zweiten Schmelztiegels, gesammelt.

Normalerweise ist Bodensatz im Topf weniger massiv, außer Reis ist angebrannt
Normalerweise ist Bodensatz in einem Topf weniger massiv, außer Reis ist angebrannt
Woher kommt all die Schlacke? Unter anderem aus dem Boden des zweiten Tiegels, hier abgebildet
Woher kommt all die Schlacke? Unter anderem aus dem Boden des zweiten Tiegels, hier abgebildet
Der Ofen geht zum dritten Mal auf Betriebstemperatur
Der Ofen geht zum dritten Mal auf Betriebstemperatur

Produktion

Da diesmal alle Komponenten die ganze Zeit funktionierten, war jedes Team in der Lage, ihre Formen zu gießen. Bilder davon hat es zwar leider noch keine, jedoch konnte der eigentliche Prozess des Gießens dokumentiert werden:

Rohstoffe: Aludosen, der alte Schmelztiegel, Diverser Aluschrott
1: Rohstoffe: Aludosen, der alte Schmelztiegel, Diverser Aluschrott
Rohstoffe in den Schmelztiegel einbringen, immer auf Sicherheit achten!
2: Rohstoffe in den Schmelztiegel einbringen, immer auf Sicherheit achten!
2: Der alte Schmelztiegel wird zu etwas nützlicherem.
2: Der alte Schmelztiegel wird zu etwas nützlicherem.
3: Flüssiges Aluminium auf die Schaumstoffpositivformen gießen
3: Flüssiges Aluminium auf die Schaumstoffpositivformen gießen
Der Schaumstoff verdampft und verbrennt und wird so durch Aluminium ersetzt.
Der Schaumstoff verdampft und verbrennt und wird so durch Aluminium ersetzt.

Dieser Lauf des Ofens kann als voller Erfolg bezeichnet werden. Wir melden uns natürlich wieder mit Bildern von den fertigen Gußfiguren zurück.

 

Lagerküche der etwas anderen Art – Projekt Schmelzofen

Das Essen auf unseren Lagern ist meisten sehr gut, jedoch gibt es hin und wieder auch gewöhnungsbedürftigeres. Gestern jedoch haben die Jungpfadfinder im Projekt Schmelzofen die Messlatte dafür unerreichbar hoch gelegt:

Guten Appetit!
Guten Appetit!

Der mächtige Schmelzofen ist wieder in Betrieb! Nachdem er im ersten Durchlauf unseren ersten Schmelztiegel aus Stahl einfach durchgeschmolzen hatte, wurde die Luftzufuhr des Ofens heruntergeschraubt und ein neuer Tiegel beschafft. Sofort nach dem zweiten Anfeuern des Ofens kam es jedoch erneut zu Chaos und Zerstörung: Wie sich herausstellte, war der neue Tigel, ebenfalls aus einem alten Feuerlöscher gefertigt, aus Aluminium. Das Resultat: Wie ein Messer mit integrierten Bunsenbrennern durch lauwarme Butter.

Vorher: Der neuer Tiegel, frisch und unbenutzt.
Vorher: Der neuer Tiegel, frisch und unbenutzt.
Ärgerlich. Immerhin kann man den jetzt für mehr Alu einschmelzen.
Ärgerlich. Immerhin kann man den jetzt für mehr Alu einschmelzen.
Links der alte Tiegel, rechts der neue; Euro für Skalierung.
Links der alte Tiegel, rechts der neue; Euro für Skalierung.

Der Tiegelsuche überdrüssig wurde schnell Ersatz gefunden: Eine der großen Suppenkellen des Stammes. Diese sind aus Edelstahl und groß genug, um angemessene Mengen flüssiges Alu aufzunehmen.

Tatsächlich stellt sich die Kelle als perfekt geeignet heraus: der gemäßigte Ofen war nicht mehr in der Lage, dem Metall der Kelle gefährlich zu werden und die Aludosen schmolzen nach dem Aufheizen der Kelle wie Butter. Zum ersten mal seit Projektbeginn gelang es, einen erfolgreichen Guss durchzuführen.

Einschmelzen einer Dose, die gelben Flammen sind verbrennende Farben und Getränkereste.
Einschmelzen einer Dose, die gelben Flammen sind verbrennende Farben und Getränkereste.
Nach langer Arbeit endlich das erste Gussstück aus dem Ofen.
Nach langer Arbeit endlich das erste Gussstück aus dem Ofen.

Zwar war der zweite Lauf des Ofens von Erfolg gekrönt, das System ist jedoch noch nicht perfekt: Der Sand, in dem die Schaumstoffformen eingebettet werden ist etwas grob, wie im Bild oben ersichtlich, zudem fiel bei jedem weiteren Versuch, einen zweiten Guss zu starten, jedes mal der zur Lüftung verwendete Föhn wegen Überhitzung aus – eine ungewollte Folge der Leistungsminderung, auf höherer Stufe konnte der Föhn, vermutlich wegen des höheren Luftdurchsatzes, nicht überhitzen.

Aufgeben ist jedoch ein Fremdwort für die Jungpfadfinder, weshalb wir nächste Woche mit feinerem Sand und einem neuen Lüftungskonzept wieder an die Arbeit gehen! Berichtet wird natürlich auch wieder an dieser Stelle.